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„Menschlich weiß man kaum etwas über die neuen Kollegen.“ – Jobwechsel im Homeoffice

Zauberwort Onboarding

Onboarding – ein Begriff, der bei mir sofort Sciencefiction-artige Szenarien mit silberglänzenden Raumschiffen auslöst. Wie ich als Nicht-Personalerin lernen musste, ist dies der Fachbegriff aus dem Personalmanagement, wenn neue Mitarbeitende von einer Organisation systematisch eingeführt werden, sozusagen „on board“ kommen. Onboarding wird in Fachkreisen häufig als das Zauberwort im Kampf um den Fachkräftemange genannt und als Grundvoraussetzung, um der gefürchteten und für das Unternehmen teure Mitarbeitenden-Fluktuation entgegenzuwirken. Laut einer von Haufe durchgeführten Onboarding-Studie waren 83% der befragten Unternehmen davon überzeugt, dass durch Onboarding-Maßnahmen die Fluktuation im ersten Arbeitsjahr verringert werden könne. Im Internet stoße ich beim Suchbegriff „Onboarding“ vor allem auf Beiträge zu den größten Fehlern im Onboarding-Prozess: zu wenig Einarbeitung, keine klaren Ansprechpartner*innen und das „menschliche Ankommen“ im Team kommt ebenfalls häufig zu kurz. Der klassische „Sprung ins kalte Wasser“ war stets ein fester Bestandteil der Begrüßungsworte meiner ersten Arbeitstage. Ein plakatives Bild, das den Onboarding-Struggle zwischen Tagesgeschäft und Neuanfang gut beschreibt.

 

 

Wie erleben Mitarbeitende ihren Jobwechsel im Homeoffice?

Aber wie gestaltet sich der ohnehin herausfordernde Onboarding-Prozess von neuen Mitarbeitenden aktuell im Homeoffice?

Wahrscheinlicht ist meine anfängliche Science-Fiction Assoziation hier gar nicht so weit entfernt von der coronabedingten, digitalen Realität. Wie werde ich Teil eines neuen Unternehmens und eines Teams voller mir noch unbekannter Menschen, wenn wir nur über den Bildschirm in Verbindung treten können?

Um den Antworten auf diese Frage ein bisschen näher zu kommen, habe ich mich in meinem Bekanntenkreis umgehört: Wie hat sich ihr Jobwechsel in den letzten Monaten aus dem Homeoffice gestaltet?

 

„Irgendwie ist die aktuelle Arbeit ja fast vergleichbar damit, dass man online Computerspiele spielt. Mit denen arbeitet man ja auch zusammen und hat sie noch nie richtig gesehen.“ (Johannes, Texter in einer Medienagentur)

Johannes hat diesen April seinen neuen Job als Texter in einer Medienagentur aus dem Homeoffice heraus begonnen. „Ich bin mir nicht ganz sicher, wie lange ein Onboarding-Prozess eigentlich dauert. Ich habe bisher den Eindruck, dass ich behutsam an die Inhalte herangeführt werde. Den ersten Tag habe ich nur mit Einführung in die Technik und ins Unternehmen verbracht. Bevor mein Job losging, hatte ich bereits mit Vertrauenspersonen gesprochen“, berichtet Johannes. Geholfen hätten ihm bei seinem Jobwechsel, dass es von Anfang an für ihn feste Vertrauenspersonen und feste wöchentliche Meetings gegeben hätte. „Meetings helfen, auch um die Kolleg*innen persönlich mehr kennenzulernen. Aber ich finde es irgendwie schräg, Menschen nur virtuell zu kennen. Ich weiß nicht, wie groß sie sind oder wie manche Stimmen unverzerrt klingen. Sich vor 100 Leuten in einem Online-Meeting vorgestellt zu finden, fand ich irgendwie auch verrückt.“

 

„Ich habe das Gefühl, dass ich einige soziale Verbindungen verpasst habe, die normalerweise spontan im Büro während der Pausen entstehen.“ (Vedrana, Senior Solution Consultant, HCM)

Vedrana arbeitet seit diesem Januar bei ihrem neuen Arbeitgeber HCM. „Viele meine*r neuen Kolleg*innen haben mich kontaktiert, sogar schon vor meinem ersten Arbeitstag. Mein direkter Manager hat mich mit einem „Kumpel“ gematcht und ich konnte ihm jeder Zeit alle wichtigen Fragen stellen“, berichtet Vedrana aus ihrer Anfangszeit. „Und es gab viele Sitzungen für neue Mitarbeitende, die tatsächlich Spaß gemacht haben und uns dabei halfen, die neue Unternehmenskultur besser zu verstehen.“ Dennoch empfang sie es herausfordernd aus dem Homeoffice heraus feste Beziehungen aufzubauen. „Wir verbringen viel Zeit in Meetings und arbeiten zusammen, aber wir nehmen uns keine Zeit, um einen Kaffee zu trinken und vielleicht über Dinge außerhalb der Arbeit zu reden – was auch wichtig ist. Im Büro geschieht dies eher spontan und man neigt automatisch dazu, sich mit Leuten zu verbinden. In einem Zoom-Meeting ist es hingegen schwieriger, die sozialen Signale richtig zu deuten“, erzählt sie. Besonders ungewohnt sei es für Vedrana gewesen, nicht mal schnell jemanden kurz über die Schulter zu schauen oder schnell eine Frage stellen zu können. „Im Büro kann man sehen, wer in einer Besprechung ist und wer nicht. Wenn man von zu Hause aus arbeitet, kann das ein bisschen schwieriger sein. Das ist nicht wirklich schlimm, aber definitiv anders als ich es gewohnt war.“

 

„Vom ersten Tag werden die meisten zugebombt mit Terminen, Microsoft-Teams, Zugängen und so weiter.“ (Manuel, Projektleiter, DB Netz)

Manuel hat in den letzten Monaten zwar nicht seinen Job gewechselt, dafür aber einige neue Teamkolleg*innen bei der Einarbeitung aus dem Homeoffice unterstützt. So arbeitet die DB Netz mit fachlichen und organisatorischen Paten, die jede*r Neue an die Seite gestellt bekommt – in den letzten Monaten digital. „Live ist das auf jeden Fall einfacher, da schnappst du den und läufst einmal kurz durch das Gebäude, so dass der zumindest mal alle Gesichter gesehen hat und diese den Abteilungen zuordnen kann“, erzählt Manuel. Aus seiner Sicht müssten die neuen Kolleg*innen aktuell eine wesentlich höhere Eigeninitiative aufbringen, wenn sie Fragen hätten. Vorher habe man kurz zum Büronachbarn gehen können, nun müsse ein Telefon- oder Videochat-Termin vereinbart werden. „Die Zusammenhänge, gerade in einem großen Unternehmen wie der DB Netz, sind dabei jedoch für Viele erstmal schwierig greifbar“, beobachtet Manuel bei seinen neuen remote Kolleg*innen. Den größten Unterschied beim virtuellen Onboarding, merke er aber darin, dass die virtuelle Zusammenarbeit mit den neuen Kolleg*innen kaum Möglichkeiten zum echten Kennenlernen böte. „Fachlich klappt das gut, menschlich weiß man kaum etwas über die neuen Kollegen. Online werden private Themen kaum besprochen, so dass die persönliche Komponente im Team schnell verloren geht“, so Manuels aktuelle Erfahrung.

 

Interaktive und persönliche Willkommenskultur erleben

Als Businesstheater lieben wir es, Menschen zusammen zu bringen. So konnte die Steife Brise in den letzten Monaten für viele Teams interaktive, humorvolle gemeinsame Erlebnisse im Rahmen unserer Online-Events schaffen. Unsere Methoden des Improvisationstheaters schaffen trotz virtuellem Setting Kommunikationsräume voller Nähe und bieten eine persönliche Vernetzung sowie gemeinsamen Austausch für neue Mitarbeitende. Onboarding wird damit zu einem energetisierenden und unkonventionellen Erlebnis, in dem die neue Unternehmenskultur spielerisch und motivierend erlebt werden kann. Sei es im Rahmen unseres virtuellen oder live Onboarding-Events für die neuen Mitarbeitenden oder im Rahmen unseres „New here“ Trainings für kleinere Teams. „Man kann nicht nicht onboarden.“ Dieser Satz ist mir ebenfalls in meiner Recherche zum Thema Onboarding häufig begegnet. Warum dann nicht die Pflicht zur Kür machen, mit mehr persönlichen Momenten und gemeinsamem Lachen? Aus unserer Sicht ein wichtiges Mittel, um die häufig im Onboarding-Prozess bemängelte fehlende menschlichen Komponente und emotionale Bindung für ihre neuen Mitarbeitenden erlebbar zu machen.

 

Ob virtuelles oder Live-Onboarding, es ist immer aufregend und fremd, ein neues Raumschiff zu betreten, mit einer neuen Crew und noch unbekannter Reise vor sich. In diesem Sinne: Bon Voyage! Wir sind gerne Ihre Reisebegleiter.

 

Ihre Julia Hisserich

 

 

 

 

 

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Steife Brise – Improvisation. Theater. Training.

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